Deutsche Geschichte, die sprachlos macht:
Die Abschlussklassen der Realschule Blaustein besichtigten am Mittwoch, den 17.9.2008, im Rahmen ihrer Studienfahrt das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das in der Nähe des Brandenburger Tores liegt. Die atemberaubende Stimmung, die von dem Denkmal ausging, war sehr bewegend und unbeschreiblich.
Der 17.9.2008 wurde für einige Schüler der Abschlussklassen der Realschule Blausteinein ein sehr bewegender Tag, der den einen oder die andere zum Nachdenken anregte.
Das Stelenfeld besteht aus 2711 Stelen aus hochwertigem Beton, die jeweils 0,95m breit und 2,38m lang sind. Sie variieren in ihrer Höhe, unter anderem, weil der Grundboden nach unten und auch manchmal nach oben geht. Alle diese Stelen sind auf einer Fläche von 19.073m² aufgestellt. Die ganze Gedenkstätte hat insgesamt 27,6 Mio. Euro gekostet. Diese Summe setzt sich aus 14,8 Mio. Euro für das Stelenfeld und 12,8 Mio. Euro für den Ort der Information zusammen. Das Geld stammt aus Mitteln des Bundeshaushalts. Manch einer mag vielleicht denken, dass diese unglaubliche Summe verschwendete Steuergelder sind und lieber für Berlins Schulden genutzt worden wären, aber man muss dort gewesen sein, um das zu verstehen.
Die Idee für das Denkmal entstand schon 1988/89. Lea Roshs Aufruf für ein „unübersehbares Mahnmal“ fand im Bundestag Zustimmung. Trotzdem dauerte es 14 Jahre, bis dann im April 2003 der Bau begonnen hat. In diesen 14 Jahren wurden der Architekt gewählt und Stiftungen gegründet. Am 15.12.2004 wurde die letzte Stele erbaut und am 12.5.2005 wurde das gesamte Denkmal der Öffentlichkeit übergeben.
Unter dem Stelenfeld in der Nordostecke liegt der Bunker von Goebbels’ Dienstvilla. Der Bunker wurde durch den Bau nicht verändert. Auch der Führerbunker ist in der unmittelbaren Nähe 300m entfernt.
Nach der beeindruckenden Besichtigung des Stelenfelds machte sich ein Teil der Schulklasse auf den Weg zum Ort der Information. Der Eintritt ist für sämtliche Altersgruppen frei.
Der Rundgang durch den Ort der Information beginnt mit einem Leitsatz von Primo Levi:
„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“
Der Satz ist sowohl in der englischen als auch in der deutschen Sprache geschrieben. Hat man diesen Satz einigermaßen verarbeitet, so kann man in den Auftaktraum gehen. Hier wird die Zeit des Nationalsozialismus in Europa chronologisch mit Bildern erklärt. Von dort aus geht man in den „Raum der Dimension“, wo verschiedene Briefausschnitte von Kindern und Erwachsenen an ihre Angehörigen zuhause auf den Boden projiziert sind. Sie verdeutlichen die Verzweiflung und Angst der einzelnen Personen in den verschiedenen KZs. Hat man diese traurige, ernste Stimmung auf sich wirken lassen, kommt man direkt in den „Raum der Familien“, wo die Schicksale 15 jüdischer Familien aufgeführt sind. Man kann an Hand von Familienbildern erkennen, wer diese schlimme Zeit überlebt hat. Der dritte Raum beschäftigt sich mit Einzelschicksalen und es werden Namen und Kurzbiografien von verschiedenen Juden verlesen. Im „Raum der Orte“ werden KZs und andere Vernichtungslager in Europa gezeigt und mit Bildern aufgeführt. Der letzte Raum ist das „Gedenkstättenportal“, hier werden an Computern verschiedene jüdische Einrichtungen aufgeführt, unter anderem das ehemalige jüdische Landschulheim in Herrlingen. Hiermit wäre der Rundgang beendet, doch kann man sich in der eigenen Buchhandlung Material über die Judenverfolgung und jüdische Literatur kaufen.
Die überwältigende, beeindruckende und informative Gedenkstätte im Herzen Berlins muss jeder gesehen haben.

Selina Frei, Klasse 10b
