Am Dienstag, den 22.November 2011 fuhren die Klassen 10a/b nach Dachau, um dort das ehemalige Konzentrationslager zu besuchen. Nach unserer Ankunft wurden wir getrennt, denn jede Klasse hatte eine eigene Führung.
Zunächst wurden uns allgemeine Fakten erklärt, u.a. dass der Terror der SS bereits mit Beginn der Reichskanzlerherrschaft Adolf Hitlers begann. Am 22.März 1933 wurde deshalb das erste KZ-Lager in Dachau eröffnet. Das KZ-Lager bestand zunächst aus einer alten Pulver-Munitionsfabrik, in welcher die ersten Häftlinge untergebracht waren, sogenannte „Schutzhäftlinge“. Dachau galt als Modelllager für alle anderen später errichteten KZ`s, da alle nach demselben Prinzip wie Dachau gebaut waren. Chef des Lagers war der Reichsführer der SS und Münchner Polizeipräsident Heinrich Himmler. Dachau war neben dem Arbeitslager auch noch ein Ausbildungslager für die SS. Viele der in Dachau ausgebildeten SS-Männer wurden später in den verschiedenen Vernichtungslagern (Treblinka, Auschwitz, Chelmno, Belzec, Sobibor ) eingesetzt. Massenmord, wie wir es z.B. in Auschwitz wurde im ersten Lager der SS nicht betrieben. Jedoch starben viele Häftlinge wegen Erschöpfung, schlechter Lebensbedingungen oder Krankheiten. So überlebten von ca. 200000 Insassen nur 160000.
Dachau war ein reines Männerlager und bestand während der ganzen NS-Herrschaft bis zur Befreiung durch die Amerikaner (22.3.1933 – 29.April 1945).
Eine der ersten Stationen unserer Führung war das Eingangstor, der einzigste Weg für die Gefangenen in das Lager zu kommen und es auch wieder zu verlassen. Dieses Gefühl dort hinein zu gehen und möglicherweise nie wieder herauszukommen, hat sicherlich vielen Häftlingen extreme Angst gemacht. Uns war auch recht mulmig dabei. Auf dem schmiedeeisernen Tor  stand auch noch beschämender Weise „Arbeit macht frei“. Unser nächster Blick fiel auf den riesigen Appellplatz. Die Ausmaße des Platzes waren überwältigend, in dieser Größe wirkte er einschüchternd. Da es an unserem Besuchstag noch dazu sehr kalt war, konnten wir uns so richtig hineinversetzen, was es bedeutete auf diesem Appellplatz stundenlang stehen zu müssen. Strafappelle von mehreren Stunden waren damals Alltag. Wir, Schüler der Klasse 10b, setzten uns anschließend mit dem Denkmal dort auseinander. Man sah einen riesigen eisernen Menschenhaufen an einem Stacheldraht. Die Menschen waren aber total abgemagert  und hatten alle ein Loch im Bauch als Zeichen des ständigen Hungers. Sie streckten ihre Arme aus und man konnte sehr gut ihre Qualen in ihren Gesichtern erkennen. Manche von uns fanden das Denkmal aber zu „taktlos“ gestaltet gegenüber den Opfern und deren Angehörigen. Hier kann man sicherlich verschiedener Meinung sein.
Anschließend betraten wir, wie auch bereits die Klasse 10a, das große Wirtschaftsgebäude. Hier wurde uns erst einmal die Einlieferungsprozedur für die Häftlinge erläutert. Zuerst mussten sie ihre Personalien angeben, ihr gesamtes Besitztum abgeben und sich dann ausziehen. Danach folgte der Gang ins Häftlingsbad. Die Gefangenen wurden dort kahlgeschoren, desinfiziert und mussten dann duschen. War das geschehen, wurde ihnen Häftlingskleidung zugeteilt. Alles musste sehr schnell gehen, der SS war es dadurch vollkommen egal, ob die Kleidung passte oder nicht.
Im Häftlingsbad führte die SS auch regelmäßig Strafprozeduren durch, das Pfahlhängen und die Prügelstrafe auf einem Holzbock mit einem Ochsenziemer. Unvorstellbar das man Menschen so etwas antun konnte.
Eine der weiteren Stationen auf unserem Rundgang war das Arrestzellengebäude, in dem SS-Leute Häftlinge in Einzelhaft hielten teilweise in absoluter Dunkelhaft oder sogar in einer winzig kleinen Stehzelle, in der man keine Chance hatte sich irgendwann einmal hinzusetzen. Die Baracken, in denen die Häftlinge untergebracht waren, sahen aber auch nicht sehr einladend aus. Insgesamt waren in Dachau 34 Baracken, die links und rechts neben der sogenannten „Lagerstraße“ lagen. Heute sind aber nur noch die Fundamente zu sehen. Ein Nachbau einer Baracke machte uns das Leben darin aber sehr deutlich. Anfangs war so eine Baracke für 200 Häftlinge eingeplant gewesen während des Krieges erhöhte sich die Zahl auf 1600! Die müssen dann ja fast übereinander gelebt haben bei dem Platzmangel. Die Betten, die letztendlich dreistöckig gebaut wurden, waren zunehmend keine Betten mehr sondern nur noch „Strohsacklager“. Schrecklich! Unvorstellbar!
Einzelne Baracken wurden  auch genutzt, um dort medizinische Versuche an Häftlingen durchzuführen. Viele dieser äußerst grausamen Versuche der SS-Ärzte führten zu einem qualvollen Tod. Es ist unglaublich, wie Menschen ihren Mitmenschen so etwas antun konnten.
Eine der letzten Stationen auf unserem Rundgang war das Krematorium. Es diente zur Verbrennung der Leichen. In den letzten Jahren des Lagers waren die Öfen hoffnungslos überlastet, deswegen entstanden richtige hochgetürmte Leichenberge. Die Amerikaner, die das Lager befreiten waren vollkommen entsetzt darüber. In dem Raum neben den Verbrennungsöfen befand sich auch die Gaskammer. Auch wenn sie in Dachau nie in Betrieb genommen wurde, war das der Punkt, wo auch der Letzte von uns begriff, wie schlimm das gewesen sein musste damals. Dieses „Brausebad“ ( so stand es jedenfalls am Eingang) war eng und hatte eine niedrige Decke. Einige von uns hielten es nicht lange darin aus, es machte uns Angst. Überhaupt dieses Gebäude mit den Öfen und der Gaskammer machte uns sehr betroffen und schockierte. So schlimm hatten wir uns das Ganze nicht vorgestellt.
Eine der beiden Frauen, die uns durch das Gelände geführt hatte, gab uns am Ende noch folgenden Spruch mit auf dem Weg:
„Ihr seit nicht schuld für das Vergangene, sondern verantwortlich für das, was kommt“ Jeder von uns sollte sich das für die Zukunft gut merken!

Elena Vosseler (10a) und Jennifer Schempp (10b)