Lernort: Jüdisches Museum Berlin

Am Montag, den 11.04.2011, besuchte uns das Team „on. tour – Das JMB macht Schule“. Mitarbeiter des jüdischen Museum Berlins luden Schüler/innen zum Dialog über deutsch- jüdische Geschichte ein und vermittelten jüdische Traditionen auf sehr eindrucksvolle Weise.

Die mobile Ausstellung, die in der Aula unserer Schule aufgebaut wurde, bestand aus 4 roten Würfeln mit eingelassenen Vitrinen, die ausgewählte Objekte aus dem Berliner Museum enthielten. Neben Exponaten zu jüdischer Religion und Zeugnissen der Verfolgung wurden auch alltägliche Gegenstände gezeigt, viele davon mit Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen.  Alle Schüler/innen konnten in der Pause sich mit dieser mobilen Ausstellung auseinandersetzen. Die Klassen 8a, 8b und 10a erhielten eine zusätzliche Führung. Dabei hatten sie die Möglichkeit die Würfel zu drehen und zu wenden, Objekte selbständig zu entdecken und die Objekttexte zu studieren. Im Umgang mit den Exponaten und Biographien z.B. zu Albert Einstein lernten sie die verschiedenen Facetten der gemeinsamen deutsch-jüdischen Geschichte kennen. Anschließend präsentierten sie sich gegenseitig ihr Erarbeitetes. So erhielten sie auf sehr abwechslungsreiche Weise Einblick in die deutsch-jüdische Geschichte, jüdische Religion und Kultur.   

Die Klassen 9a und 9b nahmen dagegen an einem Workshop der Museumsmitarbeiter teil. Im Zentrum dieses Workshops stand die Beschäftigung mit jüdischer Kindheit und Jugend nach 1945 in Deutschland. Dazu hatte das Jüdische Museum bekannte und unbekannte, gläubige und weniger gläubige Jüdinnen und Juden verschiedener Generationen die Frage gestellt: „ Wie war das eigentlich nach 1945 als Jüdin bzw. Jude in Deutschland aufzuwachsen ? “. Sie waren gebeten worden, ein Foto einzusenden und eine für sie prägende Geschichte zu erzählen. In den entstandenen Audiobeiträgen wurden die verschiedensten Erfahrungen deutlich: Gefühle der Fremdheit und der Zugehörigkeit, kleine Fluchten aus dem Alltag, Träume und Hoffnungen. Mit iPods konnten unsere Schüler/innen nun diese Kindheits- und Jugenderzählungen über Kopfhörer anhören. Anhand biographischer Quellen in Form von Fotos und Arbeitsbögen sowie den Interview`s setzten sich unsere Schüler/innen dadurch mit verschiedenen jüdischen Lebensgeschichten auseinander. Auch hier standen anschließend Gruppenpräsentationen vor der Klasse an. Bei der Diskussion am Ende des Workshops tauschte man sich über die Biographien und eigene persönliche Erfahrungen aus.

Egal ob Führung durch die Ausstellung oder Workshop alle Schüler/innen waren von dieser Veranstaltung sehr angetan und das nicht nur, weil man zum Abschluss koschere Gummibärchen probieren konnte.