Roland Conar, mehrfacher Weltmeister im Kickboxen, trainiert

mit Realschülern und erklärt, dass Respekt für den Gegener

so wichtig ist wie die eigene Stärke.

 

 

 

SWP 13.01.2011

Sich und die Gemeinschaft stärken

 

Blaustein.  Kampfsport stärkt den Einzelnen und das Miteinander in der Klasse: Das hat Kickbox-Weltmeister Roland Conar Blausteiner Fünftklässlern vermittelt.

"Was habt ihr mitgenommen?", fragt der elffache KickboxWeltmeister Roland Conar in die Runde von 48 Jungen und Mädchen. Die Antworten der Fünftklässler der Blausteiner Realschule nach zwei Stunden Kickboxtraining in der Lix-Halle: "An sich glauben." "Nicht sagen, man schafft es nicht." "Man soll andere respektieren."

Conar geht es also um die persönlichen Ziele des Einzelnen genauso wie um die Harmonie in der Klasse. Das vermittelt er nicht in theoretischen Sätzen, sondern er lässt die Realschüler gleich mit praktischen Kickboxübungen einsteigen. Partner- und Verteidigungsübungen stehen ebenso auf dem Programm wie Übungen zur Kräftigung und für das Gleichgewicht. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl stärken, ein Gefühl für sein Gegenüber aufbauen, erklärt Conar. Der 37-Jährige vermittelt seine Erfahrungen aus mehr als 20 Jahren Kampfsport als Mental- und Bewegungslehrer an Schulen, in Unternehmen und Vereinen.

Referendarin Rebecca Vorbach, die eine fünfte Klasse in Sport unterrichtet, hatte die Idee, den Kampfsportexperten, der in Ottenhöfen bei Offenburg lebt, nach Blaustein zu holen. "Ich habe mir das als Einführung für die Unterrichtseinheit ,Raufen und Ringen gedacht", erklärt sie. So hat sie in der Lix-Halle zusammen mit ihren Kollegen Volker Krüger und Beatrix Gärtner-Ding in der gestrigen Doppelstunde die Beobachterrolle inne, während Conar die Schüler vor immer neue Aufgaben stellt. Das erfordert Konzentration, macht aber auch sichtlich Spaß - vor allem, wenn es an den Kampfschrei geht.

Wesentlich ruhiger wird es in der Halle, wenn sich alle zur Tiefenentspannung auf den Boden gelegt haben. Auf Anspannung folgt Entspannung, und Conar lobt: "Ihr habt das alle gut gemacht." Wenn er in zwei Stunden auch nur einen Einblick in die Grundlagen seiner Kampfsportphilosophie geben kann, so setzt er doch auf gewisse Aha-Effekte. Die Antworten zum Schluss bestätigen, dass diese bei den Fünftklässlern eingetreten sind.